al-Fa'l (gutes Omen / Zuversicht)
Gute Vorzeichen und Zuversicht, auf Allah bezogen; erlaubt, anders als die verbotene Unheilsdeutung (Tiyara).
al-Fa’l (الفأل) bedeutet, in etwas ein positives Zeichen zu lesen und es auf Allah zu beziehen — eine im Islam empfohlene Zuversicht, scharf unterschieden von der verbotenen Tiyara (dem Glauben an schlechte Vorzeichen), die der Prophet ﷺ eine Form von Schirk nannte.
Definition
„Es gibt keine Tiyara (kein schlechtes Omen), aber al-Fa’l gefällt mir“ — gefragt, was das sei, sagte der Prophet ﷺ: „ein gutes Wort, das man hört“ (Sahih Bukhari). Es ist erlaubt, ja sogar mustahabb, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind:
- In etwas wird eine positive Botschaft gelesen (niemals eine negative), und
- die Botschaft wird auf Allah bezogen — denn sie ist schlicht gutes Denken (husn al-zann) über Allah.
Wie es in der Sīra erscheint
- Bei Hudaybiyyah, als der Unterhändler Suhayl (سهيل, „Leichtigkeit“) kam, sagte der Prophet ﷺ: „Suhayl ist gekommen — Allah hat eure Sache leicht (sahl) gemacht.“ Er las ein gutes Omen aus dem Namen und band es an Allah.
- Zum Gegensatz: Einige Gefährten sagten bei Hudaybiyyah, „es hat wegen dieses und jenes Sterns geregnet“, und Allah erklärte, sie hätten „an Mich nicht geglaubt und an die Sterne geglaubt“ — kleiner Schirk, wenn unbedacht gesagt, großer, wenn so gemeint. Alles wird Allah zugeschrieben („Allah hat mich durch den Arzt geheilt“, niemals „der Arzt hat mich geheilt“).
Lehren
Zuversicht, die in Allah gründet, ist Gottesdienst; Aberglaube ist ihr Gegenteil. Ein Gläubiger denkt ohnehin gut von Allah, deshalb ist alles willkommen, was diese Hoffnung aufhellt — ein aufklarender Himmel nach einem Bittgebet, ein gutes Wort vor einer schweren Aufgabe.
Querverweise
Der Vertrag von Hudaybiyyah · Suhayl ibn Amr (ra) · Tawakkul (Gottvertrauen) · Muhammad ﷺ
Quellen
- S009 — Yasir Qadhi Seerah EP 065 und 067. Der Fa’l-Hadith und der Bericht vom „Regen durch einen Stern“ stehen in Sahih Bukhari und Muslim.