Der Vorfall der „satanischen Verse“ (Qissat al-Gharaniq)

Qissat al-Gharaniq; ein Musterfall zur Zuverlässigkeit (Sure al-Najm).

Die Episode, die die vorzeitige Rückkehr der Auswanderer aus Abessinien auslöste — und ein Musterfall für die Disziplin im Umgang mit der Zuverlässigkeit. Der orientalistische Ausdruck „satanische Verse“ (geprägt von Sir William Muir) entspricht dem islamischen Namen Qissat al-Gharaniq („Geschichte der Kraniche“).

Die authentische Fassung (Fassung 1 — Sahih Bukhari, EP 016)

Im Ramadan des 5. Jahres rezitierte der Prophet Muhammad ﷺ die Sure al-Najm (53) vollständig. Ihre Wucht ergriff die ganze Versammlung — Muslime wie Heiden — so sehr, dass sich beim abschließenden Vers alle mit ihm niederwarfen, außer al-Walid ibn al-Mughira (oder Umayyah ibn Khalaf), der sich Staub an die Stirn hielt. Dieser authentische Bericht erwähnt keinen Shaytan. Übertrieben zu „die Quraysh haben den Islam angenommen“, erreichte die Nachricht Abessinien und holte die Auswanderer zurück.

Die umstrittenen Fassungen (Fassungen 2 und 3)

Sie fügen hinzu, Shaytan habe zwei Zeilen eingeschoben, die al-Lat, al-Uzza und Manat als „erhabene Kraniche, auf deren Fürsprache man hofft“ priesen — von den Heiden für Koran gehalten, was die gemeinsame Niederwerfung ausgelöst habe.

Urteil zur Zuverlässigkeit

Yasir Qadhi hält die Bukhari-Fassung für authentisch und für ausreichend; die Zusätze mit den „Kranichen“ beruhen auf schwachen, unterbrochenen Ketten, und es braucht keine weithergeholte Erzählung, um die gemeinsame Niederwerfung zu erklären — die Sprachgewalt der Sure al-Najm genügt. (Siehe Schema §5 — Legenden werden festgehalten, aber nicht behauptet.)

Querverweise

Die Auswanderungen nach Abessinien · Muhammad ﷺ · Quraysh · Jahiliyyah (das vorislamische Arabien) · Sīra (und warum wir sie studieren)

Quellen