Jahiliyyah (das vorislamische Arabien)

Das vorislamische Arabien und sein eigentümlicher Götzendienst.

Jahiliyyah (جاهلية) — die „Zeit der Unwissenheit“, der Zustand Arabiens vor dem Islam.

Der Ursprung des arabischen Götzendienstes (EP 004)

Die Araber hielten ursprünglich am Monotheismus (Hanifiyyah) Ibrahims und Ismails (as) fest. Den Götzendienst führte Amr ibn Luhay al-Khuza’i ein, das Oberhaupt der Khuza’a (um das 1. Jahrhundert n. Chr.), der den Götzen Hubal aus Syrien mitbrachte und die Talbiyah verfälschte. Zur Zeit des Propheten ﷺ standen etwa 360 Götzen rings um die Kaaba (al-Lat, al-Uzza, Manat, Hubal, Isaf und Na’ila und andere).

Der besondere Schirk der Araber (EP 006)

Entscheidend ist: Die Araber der Jahiliyyah glaubten an Allah als alleinigen Schöpfer und Erhalter (Koran 43:87, 39:38, 29:63) und machten nie einen Götzen von Allah. Ihr Schirk bestand darin, Götzen als Fürsprecher anzubeten, um Ihm näherzukommen (Koran 39:3, 10:18) — nicht darin, Ihn zu leugnen. Yasir Qadhi merkt an, dass genau diese Denkweise überall wiederkehren kann, wo Mittler (Heilige, Schreine) verehrt werden.

Bewahrte Tugenden

Selbst in der Jahiliyyah überlebten Tugenden: Ehrlichkeit, das Halten von Eiden, Gastfreundschaft, Tapferkeit, der Schutz der Verwandten und Gerechtigkeitsbünde wie der Hilf al-Fudul (der Bund der Tugend). Die heiligen Monate und die Unverletzlichkeit der Haram-Stätte wurden (meist) noch geachtet. Einige wenige Hunafa’ lehnten den Götzendienst ganz ab.

Querverweise

Amr ibn Luhay al-Khuza'i · Die Hunafa' · Mekka · Die Kaaba · Das Jahr des Elefanten · Sīra (und warum wir sie studieren)

Quellen