Milk al-Yamin (Konkubinat) und die Ethik der Sklaverei

Konkubinat und die Ethik der Leibeigenschaft; Umm al-Walad; durch gelehrten Konsens in der Neuzeit beendet.

Milk al-Yamin — „die, welche die rechte Hand besitzt“ — ist die Einrichtung, unter der eine Gefangene zur Leibeigenen werden konnte. Es ist das offene, „heikle“ Thema, das der Vortragende ausdrücklich ansprechen will. Es erweitert und ergänzt Riq, die auf Freilassung hin angelegte Leibeigenschaft.

Kurz gesagt: die vormoderne Einrichtung des Konkubinats, vom Islam mit Schutzrechten und Würdegarantien umgeben, die es anderswo nicht gab — und in der Neuzeit durch gelehrten Konsens beendet.

Definition

Eine Milk al-Yamin ist eine Leibeigene, die ihrem Besitzer ohne Ehevertrag rechtmäßig zusteht. Sie ist keine Ehefrau — deshalb zählt Maria nicht zu den Müttern der Gläubigen. Die einzige rechtmäßige Quelle eines Sklaven in der Schari’a ist ein Kriegsgefangener, der nicht freigekauft wurde; einen freien Menschen zu nehmen ist grundsätzlich verboten, ebenso die Versklavung eines Muslims.

Wie es in der Sīra erscheint

Der Beispielfall ist Maria die Koptin, die dem Propheten ﷺ vom Muqawqis Ägyptens geschenkt wurde und ihm Ibrahim gebar. Ihr Sohn machte sie zur Umm al-Walad: Sie konnte nicht mehr verkauft oder weitergegeben werden und wurde mit dem Tod ihres Besitzers frei — eine Würde, die der Islam an das Gebären eines Kindes knüpfte. Auch die Episode um den verstümmelten Diener Ma’boor zeigt das islamische Verbot, Sklaven zu verstümmeln.

Die wesentlichen Punkte

Verwandt: Nachsicht gegenüber Neubekehrten

Ein verwandter Fiqh-Punkt aus demselben Band: Der Prophet ﷺ erließ den neubekehrten Thaqif die Formulierung zu Zakat und Jihad, im Wissen, dass der Iman sie ohnehin dahin führen werde — gelesen entweder als etwas ihm ﷺ Eigenes (prophetisches Vorherwissen) oder als das Recht eines Imams, unvollkommene Bedingungen vorübergehend anzunehmen. Die seelsorgerische Lehre: Sei mit denen, die neu in den Islam eintreten, äußerst nachsichtig; sieh über ihre Fehler hinweg (ohne sie zu rechtfertigen), bis der Iman wächst.

Querverweise

Riq (die islamische Einrichtung der Leibeigenschaft) · Maria al-Qibtiyya (rha) · Ibrahim ibn Muhammad (ra) · Muhammad ﷺ

Quellen