Hafsa bint Umar (rha)

Tochter Umars; Hüterin des ersten schriftlichen Mus'haf.

Tochter von Umar (ra) und die vierte Frau Muhammads ﷺ — kühn wie ihr Vater, des Lesens und Schreibens kundig und Hüterin des ersten schriftlichen Mus’haf.

Identität und Abstammung

Tochter von Umar ibn al-Khattab (ra). Höchstwahrscheinlich etwa fünf Jahre vor Beginn der Da’wah geboren. Sie wurde jung — mit etwa zwölf — mit einem frühen Konvertiten verheiratet, Khunays ibn Hudhafah, und wanderte mit ihm nach Abessinien aus. Khunays kämpfte bei Badr und Uhud und starb als Märtyrer (Shaheed) an seinen Wunden von Uhud, womit Hafsa mit erst 19 oder 20 Jahren als Witwe zurückblieb, einsam und erschüttert.

Rolle in der Sīra

Nach ihrer Idda suchte Umar (ra) einen Ehemann für sie. Zuerst bot er sie Uthman ibn Affan an — kurz zuvor durch den Tod von Ruqayyah bint Muhammad verwitwet —, der still ablehnte („Lass mich nachdenken… ich möchte im Augenblick nicht heiraten“) und dabei ein Geheimnis hütete, das er nicht preisgeben durfte. Dann bot Umar sie Abu Bakr an, der überhaupt keine Antwort gab, was Umar noch mehr kränkte. Darauf sagte der Prophet ﷺ zu Umar: „Hafsa wird jemanden heiraten, der besser ist als Uthman, und Uthman wird eine heiraten, die besser ist als Hafsa“ — und der Prophet ﷺ heiratete Hafsa selbst (um 4 AH), während Uthman die Tochter des Propheten ﷺ, Umm Kulthum, heiratete. Abu Bakr erklärte Umar später, er habe nur deshalb geschwiegen, weil er von der Absicht des Propheten ﷺ wusste: „Hätte der Prophet ﷺ nicht um sie angehalten, hätte ich zugesagt.“ Die Episode zeigt, dass der Prophet ﷺ selbst in der eigenen Ehe Istishara (das Einholen von Rat) übte.

Wichtige Episoden

Charakter und Lehren

Fromm („sawwama qawwama“), schriftkundig und freimütig — ihre Hut über den ursprünglichen Mus’haf machte sie zu einem Schlüsselglied in der Bewahrung des Korans.

Tod

Es heißt, sie sei mit 41 oder 45 gestorben. Im zweiten Fall verrichtete Marwan ibn al-Hakam, der damalige Statthalter, ihr Janaza-Gebet. Sie wurde in Baqi’ al-Gharqad bestattet.

Querverweise

Quellen