Die Tötung des Ka'b ibn al-Ashraf
Die gebilligte Tötung des verräterischen Dichters der Banu Nadir.
Hijri 14. Rabi' al-Awwal 3 AH n. Chr. 625 n. Chr.
Die angeordnete Tötung Ka’b ibn al-Ashrafs — eines Anführers und Dichters der Banu Nadir — zwischen Badr und Uhud (14. Rabi’ al-Awwal 3 AH), ausgeführt von Muhammad ibn Maslamah und einer kleinen Gruppe auf Befehl des Propheten ﷺ. Eine der politisch heikelsten Episoden der Sīra, von Yasir Qadhi offen behandelt als gerechtfertigte Handlung gegen einen vertragsbrüchigen Feind des Gemeinwesens und nicht gegen einen Menschen wegen seiner Religion.
Wer Ka’b war
Halb Araber (von den Banu Nabhan), halb Jude (von den Banu Nadir, dem Stamm seiner Mutter), reich, gut aussehend und ein begabter Dichter. Nach Badr ritt er heimlich nach Mekka, verbündete sich mit Abu Sufyan gegen die Muslime, erklärte den Götzendienst für „rechter geleitet“ (Q 4:50–51) und schrieb verleumderische, anzügliche Gedichte, in denen er muslimische Frauen namentlich nannte — die letzte Provokation.
Der Vorgang
Der Prophet ﷺ fragte: „Wer wird sich Ka’bs annehmen, denn er hat Allah und Seinem Gesandten Schaden zugefügt?“ Muhammad ibn Maslamah — bewusst ein Mann der Aws, da die Aws (anders als die Khazraj) keine Blutfehde mit den Banu Nadir hatten — meldete sich freiwillig und erhielt die Erlaubnis, „Dinge zu sagen, die ich nicht so meine“. Er und Abu Na’ila (Silkan ibn Salama) täuschten Unzufriedenheit und Geldnot vor und vereinbarten, „Waffen als Pfand“ mitzubringen, was ihnen einen Vorwand gab, bewaffnet zu erscheinen. In einer hellen Vollmondnacht lockten sie Ka’b aus seiner Festung; Abu Na’ila zog ihn an seinem parfümierten Haar zu sich heran, und die Tat wurde vollbracht — einer der Angreifer, al-Harith ibn Aws, von den eigenen Leuten verwundet, wurde durch den Speichel des Propheten ﷺ geheilt. Ka’bs Frau hatte ihn gewarnt: „Du bist ein Mann im Krieg.“
Warum — und die Zuverlässigkeit (Schema §5)
Die Gründe: (1) sein geheimer Pakt mit Abu Sufyan — Hochverrat nach der Verfassung; (2) seine Schmähdichtung; (3) laut al-Salihi und anderen seine Beteiligung an einem späteren Giftanschlag auf den Propheten ﷺ (sie datieren die Tötung nach Uhud). Yasir Qadhis Punkte:
- Der Vorfall ist authentisch — ein ganzes Kapitel in Sahih Bukhari, außerdem Muslim, Ibn Ishaq, Ibn Hisham, al-Waqidi.
- Der Prophet ﷺ war damals Staatsoberhaupt — Richter, Herrscher und Gesetzgeber in einem; das war nach den Maßstäben seiner Zeit eine rechtmäßige Handlung, die nicht nachträglich von modernen Gerichten beurteilt werden kann. In Mekka, wo er keine Amtsgewalt hatte, tat er derlei nicht.
- Yasir Qadhi zitiert den Historiker Norman Stillman: „Muhammad handelte in vollem Einklang mit den Normen der arabischen Gesellschaft jener Zeit.“ Die Botschaft — kein Stamm konnte ungestraft die Treue brechen — erreichte jeden Feind des Islam.
Querverweise
Ka'b ibn al-Ashraf · Muhammad ibn Maslamah · Muhammad ﷺ · Abu Sufyan ibn Harb (ra) · Die Verfassung von Medina · Die Vertreibung der Banu Qaynuqa · Die Züge zwischen Badr und Uhud · Medina (Yathrib) · Sīra-Zeitstrahl
Quellen
- S007 — Yasir Qadhi Seerah EP 044. Sahih Bukhari und Muslim, Ibn Ishaq/Ibn Hisham, al-Waqidi (14. Rabi’ al-Awwal 3 AH); al-Salihi, Muqatil ibn Sulayman, al-Baghawi für die abweichende Datierung nach Uhud; Norman Stillman wird angeführt.