Medina (Yathrib)
Das in al-Madinah umbenannte Yathrib; der zweite Haram; Hauptstadt des ersten muslimischen Staates.
Hijri besiedelt ab 1 AH n. Chr. der Prophet ﷺ traf im Sept. 622 n. Chr. ein
Die Oasenstadt etwa sieben bis acht Karawanentage nördlich von Mekka, die nach der Hijra zur Hauptstadt der ersten muslimischen Gemeinschaft wurde. Ursprünglich Yathrib, benannte der Prophet Muhammad ﷺ sie in al-Madinah („die Stadt“) um und nannte sie auch Tabah / Taybah („die Reine“). Sie ist die zweite Haram-Stätte des Islam.
Der Name (EP 028)
- Der Prophet ﷺ untersagte es, sie Yathrib zu nennen (ein Name, der mit tathrib, Tadel, oder tharb, Verderben, in Verbindung gebracht wird) — „Wer sie Yathrib nennt, soll um Vergebung bitten, denn sie ist Tabah.“ Im Koran erscheint der Name Yathrib nur im Mund der Munafiqun (33:13), die dem Propheten ﷺ die Umbenennung verübelten.
Bevölkerung (EP 029)
- Arabische Stämme (Qahtaniten, aus Saba/Ma’rib nach dem Dammbruch, ca. 300 n. Chr.): die Aws und die Khazraj — verwandte Stämme, die ein Jahrhundert lang Krieg gegeneinander führten, mit dem Höhepunkt in Bu’ath (etwa fünf Jahre vor der Hijra). Die Aws waren wohlhabender, die Khazraj zahlreicher.
- Jüdische Stämme: Banu Qaynuqa, Banu al-Nadir, Banu Qurayza — ihre Herkunft ist umstritten (Siedler nach der Zerstreuung aus Jerusalem, 70–132 n. Chr., oder aus dem Jemen); Yasir Qadhis These: drei getrennte Wanderungen. Sprachlich arabisiert, mit den arabischen Stämmen verbündet (Nadir mit den Aws, Qaynuqa mit den Khazraj) und deren Kriege finanzierend.
- Einwohnerzahl etwa 20.000: rund 6.000 Juden und rund 15.000 Araber. Die Juden verfügten über Geld, Land und Festungen.
- Nur Yathrib und Khaybar im Hijaz hatten große Dattelpalmenoasen und eine jüdische Bevölkerung — was von Bedeutung war: Die Aws und Khazraj kannten bereits Tawhid, Schrift und Propheten (und die Juden hatten ihnen von einem erwarteten Propheten erzählt), was sie für den Islam empfänglich machte.
Warum Medina gewählt wurde (EP 028)
Die strategische Entfernung von Mekka; natürliche Verteidigungslinien (vulkanische Labba im Osten und Westen, dichte Palmenhaine im Süden — nur der Norden brauchte den Graben von Khandaq); ein unabhängiges, nie unterworfenes Volk; die Blutsverwandtschaft des Propheten ﷺ (sein Urgroßvater Hashim heiratete dort Salma von den Banu al-Najjar — Großvater Abd al-Muttalibs); und der Bu’ath-Krieg, der die alteingesessene Führung hinweggefegt und eine junge, veränderungshungrige Generation zurückgelassen hatte.
Segen und Haram-Status (EP 028)
- Der Prophet ﷺ machte sie zu einer Haram-Stätte, wie Ibrahim (as) Mekka dazu machte — kein Jagen, kein Fällen ihrer Bäume. Sein Bittgebet: „O Allah, lass uns Medina lieben, wie wir Mekka lieben, oder mehr.“
- Weder Pest noch Dajjal dringen in sie ein (Engel bewachen sie); Barakah liegt in ihren Maßen; ein Gebet in ihrer Moschee wiegt 1.000 anderswo auf; Uhud ist „ein Berg, der uns liebt“. Baqi’ al-Gharqad, ihr Friedhof, birgt über 10.000 Gefährten.
- Beim Vergleich zwischen Mekka und Medina gehen die Gelehrten auseinander (Imam Malik gab Medina den Vorzug); die verbreitete Auffassung ist, dass jede ihre eigene Fadila hat und sie nicht gegeneinander gestellt werden.
Wichtige Ereignisse hier
Die Hijra und die Ankunft · der Bau von Masjid al-Nabawi · die gesamte medinensische Sīra.
Querverweise
Mekka · Die Hijra (Auswanderung nach Medina) · Masjid al-Nabawi (Die Prophetenmoschee) · Muhammad ﷺ · Die Ansar (die Helfer von Medina) · Die Muhajirun (die Auswanderer) · Abu Ayyub al-Ansari (ra) · Abdullah ibn Ubayy ibn Salul · Abd al-Muttalib · Sīra-Zeitstrahl
Quellen
- S005 — Yasir Qadhi Seerah EP 028–030. Stützt sich auf Sahih Bukhari und Muslim, Musnad Ahmad, den Koran (33, 34, 9) und die demographischen Angaben der Sīra-Literatur.