Der Zug gegen Banu al-Mustaliq

Al-Muraysi' (5 AH); die Heirat mit Juwayriyya; die Sure al-Munafiqun.

Ein nahezu unblutiger vorbeugender Schlag des Propheten ﷺ gegen den Stamm der Banu al-Mustaliq am Wasserbecken von al-Muraysi’ südlich von Medina, höchstwahrscheinlich am Montag, dem 2. Sha’ban 5 AH — bedeutsam nicht wegen des kurzen Kampfes, sondern wegen der drei Ereignisse, die er auf dem Heimweg auslöste: die Heirat mit Juwayriyya, die Offenbarung der Sure al-Munafiqun und die Verleumdung Aishas (rha).

Datum

Stark umstritten. Ibn Ishaq, al-Tabari und Ibn al-Athir setzen ihn in den Sha’ban 6 AH (die meisten Sīra-Werke folgen Ibn Ishaq); Ibn Sa’d, al-Zuhri, Ibn Hajar und Ibn Kathir sagen 5 AH. Yasir Qadhi hält 5 AH für am stärksten belegt: In der darauf folgenden Verleumdungsaffäre steht eine entscheidende Aussage Sa’d ibn Mu’adhs, der kurz nach Khandaq (Shawwal 5 AH) starb und im Jahr 6 AH also nicht mehr am Leben sein konnte. (Ein Gegenwiderspruch — Zaynab bint Jahsh, die den Propheten ﷺ erst Ende 5 AH heiratete, wird in den Berichten ebenfalls genannt — löst sich, wenn man ihre Erwähnung als die seiner Cousine versteht oder als Versehen eines Überlieferers.) Die Auffassung „4 AH“ spiegelt vermutlich eine ältere Zählung wider, die erst ein Jahr nach der Hijra zu zählen begann.

Hintergrund

Die Banu al-Mustaliq lebten am Becken von Muraysi’, nur ein bis zwei Tagesreisen südlich von Medina, und verehrten den großen Götzen Manat. Sie hatten bei Uhud auf Seiten der Quraysh gestanden, und ihr Land diente als Rückzugsraum der Quraysh. Nach Uhud kam die Nachricht, ihr Oberhaupt al-Harith ibn Abi Dirar bereite einen Überraschungsangriff auf die Muslime vor (wie andere kleine Stämme von wirtschaftlicher Not getrieben). Der Prophet ﷺ überprüfte das Gerücht zuerst: Er sandte Buraydah ibn al-Husayb als Beduine verkleidet, der al-Hariths Vertrauen gewann, indem er anbot, sich „für einen Anteil an der Beute“ anzuschließen, und sich dann bei Nacht davonstahl, um Bericht zu erstatten.

Was geschah

Der Prophet ﷺ bot über 700 Gefährten auf (30 davon voll beritten und bewaffnet) und schlug unmittelbar nach dem Fajr-Gebet im Morgengrauen völlig überraschend zu — der Stamm schöpfte gerade Wasser, und die Kinder spielten draußen. Sie ergaben sich fast sofort. Weil eine größere Schlacht ausgeschlossen und der Sieg gewiss war, schlossen sich viele Munafiqun diesem Zug an (darunter Abdullah ibn Ubayy) — eine größere Ansammlung von Heuchlern als in jedem anderen Feldzug, was den Boden für die Schwierigkeiten auf dem Rückweg bereitete.

Beteiligte

Der Prophet ﷺ; etwa 700 Gefährten; Buraydah ibn al-Husayb (der Kundschafter); al-Harith ibn Abi Dirar und die Banu al-Mustaliq; die Munafiqun unter Abdullah ibn Ubayy; Juwayriyya bint al-Harith (die Tochter des Oberhaupts, gefangen genommen und dann geheiratet). Aisha (rha) (Aisha bint Abi Bakr (rha)) begleitete den Propheten ﷺ nach dem Los — hier zulässig, weil der Sieg gewiss war.

Ausgang und Bedeutung

Ein „Spaziergang“: Nur eine Handvoll der Banu al-Mustaliq fiel, und kein einziger Muslim kam im Kampf um. Die Beute betrug etwa 2.000 Kamele, etwa 5.000 Schafe und etwa 1.000 Gefangene (meist Frauen und Kinder). Der einzige muslimische Todesfall war ein Versehen — ein Ansari hielt den Muhajir Hisham ibn Subaba für einen Feind und tötete ihn. Hishams Bruder Miqyas ibn Subaba heuchelte daraufhin den Islam, kassierte das Blutgeld von 100 Kamelen vom Propheten ﷺ, ermordete noch in derselben Nacht den Ansari und floh mit den Kamelen nach Mekka — ein Verrat, für den ihm bei der Einnahme Mekkas (8 AH) die Amnestie verweigert wurde. Das bleibende Gewicht des Zuges liegt in seinen drei Folgen: der Heirat mit Juwayriyya (die ihren ganzen Stamm zum Islam führte), der Sure al-Munafiqun (Q 63) und der Verleumdung Aishas (rha).

Lehren

Vor dem Handeln prüfen (Buraydahs Erkundung); ein garantierter Sieg lockte die Munafiqun hervor, die Allah dann entlarvte; und die größten Prüfungen dieses Abschnitts kamen nicht vom Feind im Feld, sondern von der Heuchelei, die man in den eigenen Reihen mit nach Hause trug.

Querverweise

Muhammad ﷺ · Medina (Yathrib) · Mekka · Quraysh · Die Schlacht von Uhud · Die Schlacht von Khandaq (al-Ahzab) · Juwayriyya bint al-Harith (rha) · Die Verleumdung Aishas (rha) · Abdullah ibn Ubayy ibn Salul · Sa'd ibn Mu'adh (ra) · Aisha bint Abi Bakr (rha) · Nifaq (Heuchelei) · Sīra-Zeitstrahl

Quellen